VÖWG - Bildung Spezial, No. 1 - 2018                    

Ich freue mich, das aktuelle Bildung Spezial des Verbandes der öffentlichen Wirtschaft und Gemeinwirtschaft Österreichs (VÖWG) zu präsentieren. Darin finden sich Kurznachrichten mit Relevanz für den Bildungssektor.

Gemeinsam mit meinem Team wünsche ich eine angenehme Lektüre!

Heidrun Maier-de Kruijff


Gleichheit im Bildungssystem: Laut des Monitors für die allgemeine und berufliche Bildung 2017 (jährlicher Bericht der Europäischen Kommission) müssen die Bildungssysteme der Mitgliedstaaten inklusiver und wirkungsvoller werden. Außerdem sei der Bildungsgrad der SchülerInnen stark vom sozioökonomischen Hintergrund abhängig. Die meisten Mitgliedstaaten machen zwar Fortschritte bei den meisten Schlüsselzielen der EU für die Reformierung und Modernisierung der Bildung, allerdings muss für mehr Gleichheit in der Bildung noch einiges getan werden.  Für Menschen, die nur die Grundausbildung absolvieren, ist die Wahrscheinlichkeit in Armut oder sozialer Ausgrenzung zu leben, fast dreimal so hoch wie bei Menschen mit Hochschulabschluss.

 

 

Steigende Zahl an StudienanfängerInnen: Laut aktuellen Daten des Wissenschaftsministeriums BMWFW ist die Zahl der StudienanfängerInnen mit Wintersemester 2017 sowohl auf Universitäten als auch Fachhochschulen wieder angestiegen. Die Zahl der ordentlichen Studierenden hat sich in den letzten drei Jahren auf einem relativ hohen Niveau stabilisiert, allerdings ist die Anzahl an Studienabschlüssen an den Universitäten zurückgegangen. Der für die Leistungsvereinbarungsperiode 2019-2021 durch Gesetzesbeschluss festgelegte Gesamtbetrag von 11,07 Milliarden Euro und die damit einhergehende Implementierung einer studierendenbezogenen Universitätsfinanzierung sollen zum Ziel einer Steigerung der Studienabschlüsse beisteuern.

 

 

Migrationshintergrund nicht ausschlaggebend: Laut einer Studie im Auftrag u.a. von der Caritas, dem Roten Kreuz und der Wirtschaftskammer (WKÖ) seien Leistungsunterschiede zwischen SchülerInnen nicht vom Migrationshintergrund abhängig. Ausschlaggebend für die Leistung in der Schule ist der Bildungshintergrund der Eltern - sowohl für Kinder, die deutschsprachig aufgewachsen sind als auch für SchülerInnen mit einer anderen Erstsprache als Deutsch. Auch wird in der Studie erläutert, dass die frühe Aufteilung der Zehnjährigen auf Gymnasium und Neue Mittelschule die Leistungsunterschiede verstärkt.

 

 

Mehrsprachigkeit nutzen: In der Studie „Migration und Mehrsprachigkeit“ werden Schulen aufgefordert, mit der Mehrsprachigkeit ihrer SchülerInnen besser umzugehen. Die Auftraggeber der Studie (Arbeiterkammer, Industriellenvereinigung, Gewerkschaftsbund, Wirtschaftskammer Österreich, Caritas Österreich, Caritas Wien, Rotes Kreuz, Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs)  fordern eine neue Herangehensweise an die sprachliche Vielfalt in der Schule und empfehlen, die Chancen der Migration und Integration zu nutzen. Laut Arbeiterkammer-Präsident Rudi Kaske werde so „ein gedeihliches Miteinander statt sozialer Spaltung“ sichergestellt.

 

 

Europäisches Solidaritätskorps: Im Dezember 2016 wurde das Solidaritätskorps von der Europäischen Kommission eingerichtet. Die Initiative soll 18 bis 30-jährigen die Möglichkeit bieten, an vielen Solidaritätsprojekten in der EU mitzuwirken. Insgesamt meldeten sich 42.745 junge Menschen an, 2.166 davon waren schon tätig. TeilnehmerInnen arbeiten beispielsweise mit Menschen aus benachteiligten Bevölkerungsschichten, Personen mit besonderen Bedürfnissen oder älteren Menschen. Bis 2025 sollen laut Kommissionspräsident Juncker 1,5 Millionen junge Menschen am Solidaritätskorps teilgenommen haben, wofür 6 Mrd. Euro bereitgestellt werden müssen.

 

 

Erasmus+ 2016: Der Bericht aus 2016 zu Erasmus+ zeigt weiterhin große Erfolge. Die Mittelausstattung wurde um 7,5% aufgestockt, die Teilnehmerzahl des Programms steigt somit auf über 2 Millionen. Den Ergebnissen nach zu urteilen, ist Erasmus+ auf einem guten Weg, das Ziel, zwischen 2014 und 2020, 3,7 % der jungen Menschen in der EU zu unterstützen, zu erreichen. Des Weiteren geht hervor, inwieweit Erasmus+ 2016 zur Bewältigung umfassenderer sozialer Herausforderungen beitrug. Durch Maßnahmen wie beispielsweise Kooperationsprojekte mit verschiedenen Schwerpunkten konnte die soziale Eingliederung gefördert werden, junge Menschen konnten soziale, interkulturelle Kompetenzen erwerben und ihr kritisches Denken schulen.

 

 

Neues Ausbildungsangebot: Die Sozialpartner riefen das neue Ausbildungsangebot, den dreijährigen Lehrberuf E-Commerce-Kaufmann/-frau für den digitalen Handel, ins Leben. Mit dem Hintergrund der steigenden Dynamik im Online-Handel und die Umstellung auf die Digitalisierung im Zuge der Ausbildungsphase wurde die Einführung des Lehrberufs einstimmig beschlossen. Der Kompetenzerwerb soll den Umgang mit Shopmanagementsystemen, die Präsentation von Waren im Online-Shop, die Verwendung unterschiedlicher Werbeformen im Display-Marketing oder die Erstellung bzw. den Versand von Newslettern unter Beachtung der rechtlichen Rahmenbedingungen betreffen.

 

 

Humanitäre Hilfe in der Bildung: Die Kommission kündigte an, die Finanzmittel für humanitäre Hilfe zur Finanzierung der Bildung von Kindern, die in einem der Krisengebiete der Welt leben, aufzustocken. 2018 werden 8 % der EU-Mittel für die humanitäre Hilfe für die Bildung in Notsituationen bereitgestellt, der internationale Durchschnitt liegt unter 3 %. Der EU-Beitrag von mehr als 86 Mio. Euro unterstützt den Zugang zur formalen und nicht formalen Bildung, einschließlich lebenspraktischer Kompetenzen und Berufsbildung, Freizeitaktivitäten und psychosozialer Hilfe, für Mädchen und Jungen in Krisengebieten.

 

 

Förderung von Berufsausbildungen: Die Kommission nahm einen Vorschlag für einen Europäischen Rahmen für hochwertige und nachhaltige Berufsausbildungen vor. Die Initiative war eine Empfehlung des Rates und ist Teil der neuen europäischen Agenda für Kompetenzen von Juni 2016. Innerhalb dieser Empfehlung werden 14 Schlüsselkriterien, für die Qualität und Wirksamkeit von Berufsausbildungen definiert, die sowohl den Erwerb konkreter beruflicher Fähigkeiten als auch die persönliche Entwicklung der Auszubildenden gewährleisten sollen. Nun erarbeitet die Kommission Unterstützungsdienste, um Mitgliedstaaten zu helfen, den Rahmen umzusetzen.

 

IMPRESSUM:

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