VÖWG - Bildung Spezial, No. 1-2 2020                   

Ich freue mich, das aktuelle Bildung Spezial des Verbandes der öffentlichen Wirtschaft und Gemeinwirtschaft Österreichs (VÖWG) zu präsentieren. Darin finden sich Kurznachrichten mit Relevanz für den Bildungssektor.

Gemeinsam mit meinem Team wünsche ich eine angenehme Lektüre!

Heidrun Maier-de Kruijff

 

EAEA: Länderberichte zu Erwachsenenbildung

Bereits zum sechsten Mal hat die EAEA (European Association for the Education of Adults) im Dezember 2019 Länderberichte zu Erwachsenenbildung veröffentlicht. Die Berichte basieren auf Umfragen in 30 europäischen Ländern und spiegeln insbesondere die Sichtweise zivilgesellschaftlicher Organisationen in der Erwachsenenbildung wider. Sie dienen u.a. zur Informationsweitergabe über Entwicklungen und Empfehlungen in der Erwachsenenbildung sowie als Grundlage für Vergleiche zwischen den einzelnen Systemen der Erwachsenenbildung bzw. von Chancen und Herausforderungen der letzten sechs Jahre.

In Bezug auf die Erwachsenenbildung in Österreich werden die Themen Digitalisierung und demokratische Bildung auch weiterhin als größte Herausforderungen genannt. Hervorgehoben wird auch die Notwendigkeit, öffentliche Unterstützung für Erwachsenenbildung sicherzustellen und bestehende Strukturen zu stärken.

 

 

Türkis-Grünes Regierungsprogramm: Agenden im Bereich Erwachsenenbildung

Im Regierungsprogramm der türkis-grünen Koalition finden sich einige Vorhaben mit konkreter  Relevanz für die Erwachsenenbildung. Einen zentralen Aspekt stellt dabei die Weiterentwicklung der Strategie für lebenslanges Lernen dar. Um lebenslanges Lernen stärker im Bildungssystem verankern zu können, sollen das seit 1973 bestehende Förderungsgesetz als gesetzliche Grundlage überarbeitet werden sowie Qualitätsmaßnahmen und ein Anforderungskatalog (zB Lernunterstützung für Menschen mit Beeinträchtigung) entwickelt werden. Die Angebote der Initiative Erwachsenenbildung zur Basisbildung sollen fortgesetzt werden. 

Ein weiterer Schwerpunkt wird auf Qualifizierungen am Arbeitsplatz gelegt. Unternehmen sollen etwa durch "Qualifizierungschecks" für WiedereinsteigerInnen dabei unterstützt werden, gezielt Weiterbildung finanzieren zu können. Eine verstärkte Kooperation mit Unternehmen soll es zudem bei der AMS-Maßnahme "Arbeitsplatznahe Qualifizierung" geben.

Eine umfangreiche Zusammenstellung der Erwachsenenbildungs-Agenden im Regierungsprogramm 2020-2024 finden Sie hier.

 

 

Themenwoche: Künstliche Intelligenz & Bildung 

Am 06.03.2020 wird in Hannover eine Fachtagung zu künstlicher Intelligenz stattfinden. Diese gab Anlass zur Themenwoche "Zeitgemäße Bildung: Wie gehen wir mit künstlicher Intelligenz um?", die in Kooperation zwischen der Agentur für Erwachsenen- und Weiterbildung (AEWB, Niedersachsen) und EPALE-Deutschland entstanden ist. Die im Laufe der Themenwoche erstellten Beiträge zu künstlicher Intelligenz in Kunst, Kultur und Erwachsenenbildung werden auf der E-Plattform für Erwachsenenbildung in Europa (EPALE) der Europäischen Kommission veröffentlicht und können hier nachgelesen werden.

 

 

GRALE-Bericht: Bildung zentral für integrative Gesellschaften

Am 5. Dezember 2019 wurde auf der Sitzung der Interessensgruppe für lebenslanges Lernen der vierte Gesamtbericht über Erwachsenenbildung und -lernen (GRALE) vorgestellt. Bei einer hochrangigen Podiumsdiskussion im Rahmen der Sitzung, an der sowohl Organisationen aus der Zivilgesellschaft als auch von staatlichen Insitutionen teilnahmen, wurden insbesondere die Notwendigkeit einer besseren Anerkennung sowie Finanzierung des Bildungssektors hervorgehoben. Zudem wird betont, dass die Erwachsenenbildung für die Schaffung integrativer Gesellschaften von zentraler Bedeutung ist, jedoch die vorgeschlagenen Instrumente in einzelnen Ländern oftmals nicht ausreichen, um einen breitflächigen Zugang zu lebenslangem Lernen für alle sicherzustellen.

Der Bericht untersucht aus einer Perspektive der Gleichberechtigung und Integration die Teilnahme an lebenslangem Lernen. Der erste Teil fokussiert auf Fortschritte, die in diesem Bereich seit dem Belém-Aktionsrahmen im Jahr 2009 gemacht wurden. Im zweiten Teil werden detaillierte thematische Analysen zur Beteiligung an Initiativen für lebenslanges Lernen vorgestellt. Den gesamten Bericht können Sie hier einsehen.

 

 

EU-Kommission: Update des Qualifikationstools für Drittstaatsangehörige

Im Rahmen der New Skills Agenda for Europe hat die Europäische Kommission ein neues  Qualifikationstool für Drittstaatsangehörige vorgestellt. Dieses soll dazu beitragen, die Fähigkeiten, Qualifikationen und Arbeitserfahrungen von Asylsuchenden, Flüchtlingen und anderen Drittstaatsangehörigen zu erfassen, um ihren Einstieg in den Arbeitsmarkt zu erleichtern. Nationale Arbeitsverwaltungen können das Tool u.a. dazu nutzen, auf ihre spezifischen nationalen Bedingungen zugeschnittene Fragebögen zu erstellen oder gesammelte Profildaten zu erhalten. Drittstaatsangehörige wiederum können sich persönlich über weitere Schritte beraten lassen und z.B. Informationen über die Anerkennung von Diplomen, die Validierung von Qualifikationen, Weiterbildung oder beschäftigungsunterstützende Dienstleistungen einholen.

 

 

Erasmus+: 488 österreichische Projekte erhielten im Jahr 2018 Geld

Mit einem Gesamtwert von 33,17 Millionen Euro wurden im Jahr 2018 insgesamt 488 österreichische Projekte vom EU-Mobilitäts- und Bildungsprogramm Erasmus+ unterstützt. Das ist gegenüber dem Vorjahr eine leichte Steigerung von 17 Projekten bzw. 3,79 Millionen Euro, wobei anzumerken ist, dass auch das Gesamtbudget des Programms um 10% höher als im Jahr 2017 war. Erasmus habe "der jüngeren Generation das Tor nach Europa und zur ganzen Welt geöffnet", so Bildungskommissarin Gabriel. Neben Qualifikationsverbesserungen und höheren Beschäftigungsaussichten für junge Menschen vermittle das Programm insbesondere auch ein Gefühl von Zugehörigkeit und Solidarität, von dem ganz Europa profitieren kann.

 

IMPRESSUM:

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