VÖWG - Cyber Spezial, 06/2018                               

Ich freue mich, den aktuellen "Cyber Spezial"- Newsletter des Verbandes der öffentlichen Wirtschaft und Gemeinwirtschaft Österreichs (VÖWG) zu präsentieren. Darin finden sich Kurznachrichten mit Relevanz für den Bereich Digitale Zukunft und Cyber Sicherheit.

Der Verband darf sich über eine hohe Teilnehmeranzahl bei den Veranstaltungen zum Thema Datenschutz und Cybersicherheit in den vorangegangenen Monaten dieses Jahres bedanken. Wir denken, dass der Verband den Bedarf rechtzeitig erkannt und durch die Vortragserie entsprechend adressiert hat. Aufgrund von Rückmeldungen in den ersten Veranstaltungen haben wir entsprechend den Schwerpunkt für die weiteren Veranstaltungen auf die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) gelegt. 

Die DSGVO ist nun bereits seit einigen Tagen in Kraft und wir warten auf die ersten Entscheidungen der Datenschutzbehörde zwecks Erhöhung der Rechtssicherheit. Wir werden hier weiterhin auf dem Laufenden bleiben und die Mitglieder entsprechend informieren.

Der nächste Höhepunkt im Jahr 2018 ist die unmittelbar bevorstehende EU-Ratspräsidentschaft von Österreich für das zweite Halbjahr. Der Verband wird sich auch hierbei aktiv einbringen und seine Mitglieder in den nächsten Aussendungen des Cyber Spezials informieren.

Gemeinsam mit meinem Team wünsche ich eine angenehme Lektüre!

Heidrun Maier-de Kruijff

 


Österreich: Am 14.5.2018 fand die 6. Sitzung der Cyber Sicherheits Plattform (CSP) des Bundeskanzleramts in Wien statt. Im Rahmen dieser Sitzung wurde über die Fortschritte bei der Erstellung des NIS-G (Bundesgesetz zur Gewährleistung eines hohen Sicherheitsniveaus von Netz- und Informationssystemen, Netz- und Informationssicherheitsgesetz) berichtet. Dabei wurden keine wesentlichen Änderungen gegenüber den bisherigen Aussagen kommuniziert. Laut Aussage von MitarbeiterInnen des Bundeskanzleramts während der 6. Sitzung des CSP soll der Entwurf eines NIS-G in den folgenden Tagen zur Begutachtung an das Parlament  übermittelt werden. 

Seither sind drei Wochen vergangen. Auch nach Rückfrage des Verbandes konnte kein konkreter Termin in Erfahrung gebracht werden. Eine Übermittlung des Entwurfs an das Parlament noch vor der Sommerpause steht jedoch im Raum.

Der Verband bleibt auch bei diesem Thema im Kontakt mit den zuständigen Behörden und informiert seine Mitglieder im nächsten Cyber Spezial über die Fortschritte.


Europäische Union: Die Europäische Kommission (EK) hat einen Vorschlag für die Einrichtung des Programms "Digitales Europe" mit einhergehenden Investitionen in der Höhe von 9,2 Mrd. Euro für den EU-Haushalt 2021-2027 veröffentlicht.

Dabei werden explizit die Themen "Hochleistungsrechner", "Künstliche Intelligenz", "Cybersicherheit und Vertrauen", "Digitale Kompetenz" und "Gewährleistung einer breiten Nutzung der digitalen Technik in der gesamten Wirtschaft und Gesellschaft" mit Budgetmittel versehen. Für den Bereich "Cybersicherheit und Vertrauen" enthält der Vorschlag ein Budgetvolumen von 2 Mrd. Euro.

Österreich: Ende April stellten die Bundesministerien für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT), Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) sowie Finanzen (BMF) die 5G-Strategie „Österreichs Weg zum 5G-Vorreiter in Europa" vor. Eine Einführung des 5G-Mobilfunk Standards soll mit Hilfe von optimierten Rahmenbedingungen erfolgen. Dafür wurden 34 Maßnahmen in den Handlungsfeldern Infrastruktur und Anwendung erstellt. 24 davon wurden zur Erleichterung und zur Kostensenkung des Ausbaus der digitalen Infrastruktur erarbeitet. Zehn Maßnahmen sollen das Potential von 5G weiter vorantreiben und Anwendungen bei der Entwicklung unterstützen.

Die Bundesregierung hat folgende Phasen geplant:

Phase 1: Erste vorkommerzielle 5G-Teststellungen sollen bis Mitte 2018 umgesetzt werden.

Phase 2: Eine fast flächendeckende Verfügbarkeit von Breitbandanschlüssen mit 100 Mbit/s soll als Zwischenziel bis Ende 2020 erreicht werden. Dies soll als Grundlage für den 5G Ausbau dienen. Zudem soll es zur Markteinführung von 5G in allen Landeshauptstädten kommen.

Phase 3: Auf den Hauptverkehrsbindungen soll bis Ende 2023 5G-Dienste nutzbar sein und bis Ende 2025 soll 5G flächendeckend verfügbar sein.

Das Ziel der Regierung ist Österreich zu einem 5G-Vorreiter in Europa zu machen. Die Wettbewerbsfähigkeit soll durch Innovation und eingesetzte Technologie erhalten bleiben. Neue entwickelte Anwendungen und Dienste sollen für möglichst alle Menschen im Land verfügbar sein.

Der 5G-Standard wird benötigt für autonome Mobilität, Smart Cities, Smart Villages, umfassende Cybersicherheit, Internet der Dinge sowie auch moderne Bildung. Im Vergleich zu den heutigen Standards soll eine 1.000-fach höhere Kapazität, Spitzendatenraten von bis zu 10 Gbit/s und eine um den Faktor 10 erhöhte Energieeffizienz aufgewiesen werden.

Die Finanzierung soll folgendermaßen erfolgen:

Die Bundesregierung bekennt sich zur Sicherstellung der Breitbandmilliarde. Weiteres werden die Erlöse aus den Frequenzversteigerungen in Zukunft für den Ausbau der digitalen Infrastruktur verwendet. 
Es werden auch Investitionen in der Höhe von mehreren Milliarden Euro von Kommunikationsdienstanbieter notwendig sein.


Europäische Kommission: Es wurden 52 BeraterInnen für „Künstliche Intelligenz" von der EU-Kommission ernannt. Zudem wurde die Kooperationsplattform „Bündnis für künstliche Intelligenz" eingerichtet. Die BeraterInnen bilden eine Expertengruppe und werden die Kommission bei der Umsetzung, der am 25. April vorgestellten Strategie zur künstlichen Intelligenz, unterstützen. Ziel ist die Erarbeitung von ethischer Leitlinien bis Ende 2018 und die Erstellung von Empfehlungen bis Mitte 2019. Den Grundstein bilden Beiträge und Informationen von Interessenträger im Bündnis der künstlichen Intelligenz. Dem Bündnis können sich weitere Mitglieder anschließen und über eine Plattform oder durch Fachveranstaltungen kann mitdiskutiert werden.


Europäische Kommission:
EU-K
ommissarin Mariya Gabriel gab bekannt, dass die erste Ausschreibung für WiFi4EU-Gutscheine zur EU-Finanzierung von kostenlosen drahtlosen Internet-Hotspots an öffentlichen Plätzen, Bibliotheken, Rathaus oder anderen öffentlichen Orten wegen technischen Problemen abgesagt werden musste.

Das Programm fand enorme Aufmerksamkeit in Europa. Mehr als 18.000 Gemeinden interessierten sich nach nicht einmal zwei Monaten dafür. Ein erster Versuch wurde am 15. Mai 2018 gestartet. Nach wenigen Stunden wurde es von 11.000 Gemeinden angewendet, danach musste jedoch aufgrund der technischen Probleme das WiFi4EU Portal geschlossen werden. Die Gutscheine für die erste Bewerbungsrunde können für die nächste Ausschreibung verwendet werden. Die Neuausschreibung ist für Herbst 2018 geplant.


Europäische Union: Die Agentur der Europäischen Union für Netz- und Informationssicherheit (ENISA) organisiert mehrere Veranstaltungen in den verbleibenden Wochen des Jahres 2018.

Die Veranstaltung zum Thema „IoT“ (Internet-of-Things) könnte von Interesse für unsere Verbandsmitglieder sein. Der zweite Workshop einer Kooperation von ENISA mit Europol findet am 24. und 25.10.2018 in Den Haag statt.

Einen Überblick über sämtliche Veranstaltungen der ENISA findet man hier.


Österreich/Europäische Union: Im Rahmen der Ratspräsidentschaft organisiert Österreich mehrere Veranstaltungen, die von Interesse für unsere Verbandsmitglieder sein könnten.

Einen Überblick über Inhalte und Aktivitäten der EU-Ratspräsidentschaft Österreichs findet sich hier, inklusive einer Übersicht sämtlicher geplanter Veranstaltungen.

Aus Sicht der Cybersicherheit möchten wir die Veranstaltung im Juli zum Thema Finanz 5.0 in Brüssel und die Cybersicherheits-Konferenz in Wien im Dezember hervorheben. Parallel zu dieser Veranstaltung im Dezember findet auch noch die ICT 2018 Conference im Austria Center statt.

IMPRESSUM:

Verband der öffentlichen Wirtschaft und Gemeinwirtschaft Österreichs (VÖWG)
Geschäftsführung: MMag. Heidrun Maier-de Kruijff

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