VÖWG - Cyber Spezial, No. 02 - 2019                                   

 

Ich freue mich, den aktuellen "Cyber Spezial"- Newsletter des Verbandes der öffentlichen Wirtschaft und Gemeinwirtschaft Österreichs (VÖWG) zu präsentieren. Darin finden sich Kurznachrichten mit Relevanz für den Bereich Digitale Zukunft und Cyber Sicherheit.
Gemeinsam mit meinem Team wünsche ich eine angenehme Lektüre!
Heidrun Maier-de Kruijff

Gemeinsam mit meinem Team wünsche ich eine angenehme Lektüre!

Heidrun Maier-de Kruijff

 

 

Vierte Bewertung des EU-Verhaltenskodex zeigt Erfolg: Seit der Verhaltenskodex 2016 eingeführt wurde, kommt es zu kontinuierlichen Fortschritten. IT-Unternehmen reagieren nun deutlich häufiger auf rassistische und fremdenfeindliche Hetze. Mittlerweile werden 89 Prozent der gemeldeten Inhalte innerhalb der nächsten 24 Stunden geprüft und 72 Prozent werden anschließend entfernt. Potenzial gibt es noch in der Rückmeldung an Personen, die Inhalte melden, um für mehr Transparenz zu sorgen. Andrus Ansip, der für den digitalen Binnenmarkt zuständige Vizepräsident der Europäischen Kommission, hebt hervor, dass der Kodex so gut funktioniere, da er die Freiheit der Meinungsäußerung achtet. Im Jahr 2018 beschlossen Google+, Instagram, Snapchat und Dailymotion, dem Kodex beizutreten.

 

 

Digital Europe: Vom Europäischen Parlament und dem Rat wurde eine vorläufige Einigung über das erste Programm digital Europe erzielt. Investiert wird in fünf Schlüsselsektoren: Hochleistungscomputer, künstliche Intelligenz, Cybersicherheit und Vertrauen, fortgeschrittene digitale Fähigkeiten und die Sicherstellung der breiten Nutzung und Verbreitung digitaler Technologien in Wirtschaft und Gesellschaft. Um ein eigenes Budget für das Programm sicherzustellen, ist es notwendig, die Verhandlungen über den mehrjährigen Finanzahmen voranzutreiben. Für Mariya Gabriel, EU-Kommissarin für digitale Wirtschaft und Gesellschaft, ist das erste gesamteuropäische Digitalprogramm ein wichtiger Meilenstein für eine Führungsrolle Europas im digitalen Zeitalter. Es soll in wichtige strategische digitale Kapazitäten investiert werden. Bei den digitalen Initiativen sollen die BürgerInnen im Mittelpunkt stehen, denn es soll dazu beitragen, dass der digitale Wandel erfolgreich gestaltet wird. Die Kommission hat auch vorgeschlagen, in den Jahren 2021-2027 neue digitale Infrastrukturen in der EU mit einer erneuerten Verbindungsfazilität zu finanzieren.

 

 

Supercomputer: Es wurde eine erste Interessenbekundung des europäischen gemeinsamen Unternehmens für Hochleistungsrechner (EuroHPC JU) veröffentlicht, um die Standorte für die Installation von Supercomputern bis Ende 2020 auszuwählen. Es sind nun zwei Aufrufe offen: einer bezieht sich auf Hosting-Einheiten für Petascale-Supercomputer und einer auf Hosting-Einheiten für Vorläufer von Exascale-Supercomputern.

  • Petascale-Supercomputer können mindestens 1015 Operationen pro Sekunde ausführen oder 1 Petaflop
  • Exascale-Supercomputer können mehr als 150 Petaflops ausführen

EuroHPC plant jeweils zwei dieser Supercomputer zu erwerben. Mariya Gabriel, EU-Kommissarin für digitale Wirtschaft und Gesellschaft, erklärte, dass die Supercomputer unabhängig von ihrem Standort in 800 wissenschaftlichen und industriellen Anwendungsbereichen zum Nutzen der BürgerInnen eingesetzt werden.

EuroHPC wurde gegründet, um bis Ende 2020 die EU mit einer hochmodernen Infrastruktur auszustatten, die die Entwicklung führender wissenschaftlicher, öffentlicher und industrieller Anwendungen in vielen Bereichen unterstützt.

 

 

EU-VerbraucherInnenvorschriften bei Websites: Die Europäische Kommission und nationale VerbraucherInnenschutzbehörden veröffentlichten Ergebnisse eines EU-weiten Screenings von 560 kommerziellen Websites. Es handelte sich um Websites, welche Kleidung oder Schuhe, digitale Inhalte und Dienstleistungen anbieten. 60 Prozent der Websites hielten sich nicht an EU-VerbraucherInnenvorschriften. Zumeist wurden Preise und Sonderangebote nicht regelkonform dargestellt. Bei 31 Prozent bestand der Verdacht, dass Sonderangebote nicht echt waren oder die Berechnung des Nachlasses konnte nicht nachvollzogen werden. Bei 211 Websites kam es zu einem höheren Endpreis als ursprünglich Angeboten wurde. Bei 39 Prozent von diesen 211 Websites gab es keine Information, aus welchem Grund Zusatzgebühren entstehen. Dem EU-VerbraucherInnenrecht zufolge müssen AnbieterInnen den Preis sowie alle obligatorischen Kosten angeben und auf Kosten, die im Nachhinein anfallen, aufmerksam machen. Bei 59 Prozent der 560 Websites wurde kein leicht zugänglicher Link zur Plattform für Online-Streitbeilegung, welcher nach EU-Recht vorgeschrieben ist, gefunden. Die Plattform bietet VerbraucherInnen und Online-HändlerInnen die Möglichkeit, Streitigkeiten außergerichtlich beizulegen. Zudem wurden bei 30 Prozent der Websites die VerbraucherInnen nicht optimal über ihr Widerrufsrecht informiert.

 

 

Pilotprojekte gegen Cyberangriffe: Es werden von der Europäischen Kommission mehr als 63,5 Mio. Euro in vier Pilotprojekte (CONCORDIA, ECHO, SPARTA, CyberSec4Europe) gegen Cyberangriffe investiert. Ziel ist der Aufbau eines europäischen Netzwerks von Zentren für Cybersicherheit. Dieses Netzwerk soll die Forschung und Koordination der Cybersicherheit in der EU stärken und vorantreiben. Weiters sollen die Pilotprojekte zu einer europäischen Cybersicherheitsstrategie für die Industrie und zum gemeinsamen Fahrplan für Forschung und Innovation im Bereich Cybersicherheit nach 2020 beitragen. Mariya Gabriel EU-Kommissarin für digitale Wirtschaft und Gesellschaft, betonte, dass diese Projekte bei der Definition, Erprobung und Etablierung des Governance-Modells eines europäischen Cybersicherheitskompetenznetzes von Cybersicherheitszentren unterstützen. Die Pilotprojekte wurden 2018 nach einer speziellen Aufforderung der Kommission im Rahmen von Horizon 2020 ausgewählt. Es beteiligten sich mehr als 160 Partner, unter anderem Großunternehmen, KMUs, Universitäten und Forschungseinrichtungen für Cybersicherheit aus 26 EU-Mitgliedstaaten.

 

 

Fachhochschule St. Pölten entwickelte Software gegen Cyberangriffe: Ein Forschungsteam rund um Paul Tavolato entwickeltet an der FH St. Pölten ein Warnsystem, welches Angriffe auf Umspannwerke und Ortsnetzstationen erkennt und an eine Schaltzentrale weitermeldet. Zur Weiterleitung eines Angriffes kommt es bei Abweichungen von Datenbewegungen, durch Hilfe von künstlicher Intelligenz. Im Ernstfall treffen dennoch Menschen, die Entscheidungen, die die Meldungen erhalten. Finanziert wurde dieses Projekt durch Bundesmittel und in Kooperation mit Wels Strom und Siemens. Die Software wurde bei Wels Strom bereits getestet. Siemens hat das Ziel, das Warnsystem auf den Strommarkt zu bringen. Zuerst muss das Warnsystem noch zur Produktreife weiterentwickelt werden.

 

 

EU-Urheberrechtsreform: Im zuständigen Rechtsausschuss des Europäischen Parlaments wurde der umstrittene Kompromiss mit den EU-Staaten zur Reform des Urheberrechts gebilligt. Die Plenarabstimmung dazu findet Ende März in Straßburg statt. Ob es zu einer Mehrheit kommen wird ist nicht sicher. Die Reform sieht ein Leistungsschutzrecht für Presseverleger (Artikel 11) und eine Einführung von sogenannten Upload-Filtern (Artikel 13) vor. Demnach darf Google keine Artikel-Ausschnitte mehr in den Suchergebnissen zeigen und Plattformen wie Youtube werden stärker in die Pflicht genommen. Das heißt vor allem, dass geschützte Werke lizenziert werden müssen, wenn sie hochgeladen werden sollen. Davon ausgenommen sind Start-Ups.

 

 

5G-Frequenzen: Auf Anfrage von futurzone hat die Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR) bestätigt, dass die erste Frequenzauktion für 5G (Frequenzbänder zwischen 3,4 und 3,8 Gigahertz) bereits läuft. Wann genau sie begann und wann sie endet, wurde nicht bekannt gegeben. Der Unterschied zwischen dem Versteigerungsverfahren von 5G und jenem der LTE-Auktion von 2013 ist, dass damals ein Verfahren der kombinatorischen Clockauktion durchgeführt wurde und aktuell das einfache Clockverfahren angewendet wird. Vor der Auktion gab es mehrere Konsultationsrunden und Probedurchläufe, um passable Mindestangebote zu finden.

 

 

IMPRESSUM:

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