Medienfilter, 02.08.2018 {E-Mail: 6; heinz.altenburger@wien.gv.at}
 
 

Medienfilter - Aktuelle Meldungen aus europäischer Politik und Gesetzgebung, Ausgabe 02.08.2018

 


Nachfolgend der wöchentliche Medienfilter des Verbandes der öffentlichen Wirtschaft und Gemeinwirtschaft Österreichs (VÖWG) mit aktuellen Nachrichten aus europäischer Politik und Gesetzgebung. In dieser Ausgabe werden folgende Themenbereiche behandelt:

    • Wirtschaft, Finanzen und Binnenmarkt
    • Soziales, Bildung und Beschäftigung
    • Gesundheit
    • Medien und Kommunikation
    • Energie
    • Umwelt und Verkehr

Die Schlagzeilen der Woche:

„Welt-Erschöpfungstag": Am 1. August 2018 wurden die Ressourcen, welche die Erde innerhalb von einem Jahr erneuern kann, ausgeschöpft. Dieser „Welt-Erschöpfungstag" ist eine Kampagne der Umweltorganisation Global Footprint Network. Berechnet wird dieser Tag mit dem sogenannten ökologischen Fußabdruck, wobei Angebot und Verbrauch von natürlichen Rohstoffen verglichen werden. Bis zum Ende des Jahres leben die Menschen somit auf Öko-Kredit. Österreich hat weltweit eine vergleichsweise schlechte Ökobilanz, besonders in den Bereichen Mobilität, Ernährung, Wohnen und Energie. In diesen könnte bis zu 80 Prozent des persönlichen Fußabdrucks gespart werden. Um all diese Bereiche umweltfreundlicher zu nutzen muss der Mensch nicht zwingend auf Lebensqualität verzichten. Durch Ansätze wie Passivhäuser, Solarenergie und Ökostrom lassen sich Umweltschutz Fortschritte relativ schnell realisieren. Ziel des Welterschöpfungstages ist es, die Menschen daran zu erinnern, dass die Ressourcen der Erde beschränkt sind und dass diese gerecht verteilt werden müssen. Durch eine Verringerung der CO2 Emissionen und des Fleischkonsums könnte die Menschheit, Berechnungen nach bis zum Jahr 2050, wieder mit den natürlichen Ressourcen der Erde auskommen.

 

Fernkälte: Der Gas-Wärme-Fachverband erwartet bis Ende Juni einen neuen Absatzrekord bei Fernkälte. Das Fernkälteangebot hatte sich seit dem Jahr 2009 nahezu versechsfacht. Geplant ist, den Bereich in den nächsten Jahren mit mehr als 80 Mio. Euro auszubauen. Zwischen 2016 und 2017 stieg die Fernkältelieferung um 6,6 Prozent an, wodurch die Leistung der Fernkälte Ende des Jahres 2017 bei 134 Megawatt (MW) lag. Impulse dafür geben Projekte in Linz, St. Pölten und Wien und vor allem die heurige Hitze. Für den Fernkältemarkt wird erwartet, dass dieser bis 2023 um 53 Prozent steigt. Außerdem zeigen langfristige Prognosen, dass in 20 Jahren fast genauso viel Kühlenergie wie Heizenergie benötigt werden könnte.

 

    

 Wirtschaft, Finanzen und Binnenmarkt

 

Österreichs Wirtschaft: Im zweiten Quartal des Jahres 2018 hat das Bruttoinlandsprodukt weiterhin zugelegt. Seit dem ersten Quartal stieg es um 0,7 Prozent und im Jahresabstand um 2,3 Prozent. Dies wurde vom Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) mitgeteilt. Betont wird, dass das Wirtschaftswachstum sowohl Schübe aus dem Inland als auch aus dem Ausland bekäme. Die private Konsumnachfrage erhöhte sich um 0,5 Prozent, die öffentlichen Konsumausgaben um 0,3 Prozent und auch die Unternehmerinvestitionen wurden wieder erweitert. Einen Anstieg um 1,2 Prozent gab es bei der Nachfrage nach Bruttoanlageninvestitionen. Das Exportwachstum verlangsamte sich allerdings etwas. Im vierten Quartal 2017 legten Exporte um 1,5 Prozent zu, im ersten Quartal 2018 um 1,0 Prozent und im zweiten Quartal dieses Jahres um 0,9 Prozent. Allerdings spielt der Außenbeitrag nach wie vor eine wichtige Rolle beim BIP-Wachstum.

 

Soziales, Bildung und Beschäftigung

 

Arbeitslosigkeit: Ende Juli dieses Jahres waren in Österreich um acht Prozent weniger Arbeitslose registriert als im Vorjahr. Auch die Zahl der SchulungsteilnehmerInnen sank, laut aktueller Daten des AMS, um 8,2 Prozent. Durch nationale Definition ging die Arbeitslosenquote um 0,7 Prozent auf 6,9 Prozent zurück. Österreich liegt damit besser als der EU-Durchschnitt. Neben dem starken wirtschaftlichen Wachstum, ging auch die Zahl der offenen Stellen in die Höhe. Ende Juli stieg die Zahl der sofort verfügbaren Stellen auf 79.099. Dies ist ein Anstieg von 21,6 Prozent. Der stärkste Rückgang der Arbeitslosigkeit wurde in Tirol verzeichnet. Dort sank sie um 17,5 Prozent auf 13.700 Arbeitslose. Die Steiermark folgt mit einem Rückgang von 11,7 Prozent.

 

Gesundheit

 

Klimawandel: ExpertInnen warnen vor der Entstehung neuer Krankheitserreger durch den Klimawandel. Auch Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts in Berlin ist sich sicher, dass eine Pandemie kommen wird, die Frage sei nur wann es soweit ist. Gründe für solche neuen unbekannten Pathogene sind die zunehmende Erdbevölkerung, die Globalisierung und vor allem wie schon erwähnt der Klimawandel. Bakterien und Viren formen die menschliche DNA immer weiter. Wie es weitergeht kann man in Zusammenhang mit neuen Pathogenen nicht genau vorhersagen, was auch gefährlich sein kann. In der Diskussion bei der Wirtschaftskonferenz Curious 2018 in Darmstadt geht es daher in erster Linie um das Thema „Preparedness". Für Microsoft-Gründer Bill Gates hat dieses Thema schon beim World Economic Forum in Davos im Jahr 2017 hohe Priorität. 700 Mio. Dollar stellt er in den nächsten fünf Jahren zur Verfügung, um tödliche Infektionskrankheiten zu bekämpfen.

 

 Umwelt und Verkehr

 

E-Autos: Die durchschnittliche Reichweite von E-Autos in Deutschland hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 10 Prozent vergrößert und beträgt bereits 300 Kilometer. Im Jahr 2011 lag die Reichweite dieser Autos noch bei 150 Kilometer. Die Unternehmensberatung Horváth & Partners begründet diese Verbesserung damit, dass die Batterien mittlerweile deutlich stärker seien. Ende 2017 waren rund 120.000 E-Autos in Deutschland unterwegs. Dies sind um 80 Prozent mehr als im Jahr 2016. Thomas Becker, Automobilexperte bei Horváth & Partners erklärte, dass KäuferInnen von E-Autos meistens Modelle mit größeren Reichweiten bevorzugen, obwohl er davon ausgeht, dass bis zum Jahr 2020 ein neu zugelassenes Elektroauto bis zu 400 Kilometer zurücklegen kann und das mit nur einer Batterieladung.

 

 Medien und Kommunikation

 

Mastercard: Künftig soll es allen Mastercard BesitzerInnen ermöglicht werden, biometrische Lösungen zu nutzen um sich zu identifizieren. Solche biometrischen Erkennungsverfahren sind zum Beispiel Fingerabdrücke, Gesichtserkennung oder Iris-Scan. Ab September 2019 sind alle Banken, welche Lizenznehmer der Mastercard sind, dazu verpflichtet entsprechende Lösungen anzubieten. Zurzeit sind diese Identifizierungsverfahren in weltweit 16 Ländern verfügbar. Eine Erleichterung der Umsetzung dieser Biometrie-Lösungen wird vor allem deshalb erwartet, weil im Herbst 2019 ebenfalls die neuen Authentifizierungsregeln der EU-Kommission in Kraft treten.

 

F-Secure: Entsprechend einer Untersuchung des finnischen Sicherheits-Unternehmen F-Secure sind österreichische Server derzeit das beliebteste Ziel von internationalen HackerInnen. Nur im zweiten Quartal dieses Jahres wurden 30.000 Angriffe auf österreichische Server verzeichnet. Das Unternehmen betreibt ein weltweites Netz an Lockvogel-Servern. Schon im Jahr 2016 befand sich Österreich auf dem fünften Platz der am häufigsten attackierten Länder. Angegriffen wurden bisher unter anderem der Mobilfunknetzanbieter A1, das österreichische Außenministerium und der Flughafen Wien. Die größte Attacke wurde vom Kärntner IT-Dienstleister Anexia verzeichnet, welcher mit 700 Gigabit pro Sekunde attackiert wurde. Das Unternehmen F-Secure zählt alle Zugriffe als Angriffe, welche verdächtig scheinen, also unter anderem auch „Aufklärungsmaßnahmen". Auch Zahlen des Sicherheitsunternehmens Rapid7 bestätigen, dass bei Österreichs Unternehmen ein Aufholbedarf in diesem Bereich liegt.

 

 Energie

 

AKW Einschränkungen: Aufgrund der anhaltenden Hitze wurde die Leistung des Kernkraftwerks Philippsburg in Baden-Württemberg bereits um etwa 10 Prozent verringert. Ziel ist es, dadurch den Anstieg der Wassertemperatur im Rhein durch eingeleitetes Kühlwasser zu begrenzen. Auch die Produktion der Kernkraftwerke Grohnde und Brokdorf im Norden Deutschlands wurde aufgrund erhöhter Wassertemperatur etwas reduziert. Die Leistung des Kernreaktors Ringhals 2 des schwedischen Konzerns Vattenfall wurde sogar auf 49 Prozent der eigentlichen Leistung gekürzt.

 

Strom: Der Großhandelspreis für Strom könnte im nächsten Jahr von 30 auf 39 Euro pro Megawattstunde steigen. Profitieren kann davon aber nur der heimische Energieversorger Verbund. Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber meint aber, die Auswirkung auf die Endkunden ist ganz normal. Seit Juni zum Beispiel, hat die Salzburg AG die Energiepreise deutlich erhöht und im Oktober planen auch Wien Energie, EVN und Energie Burgenland Preiserhöhungen. Im Schnitt erhöht sich der Preis für Strom um sieben Prozent und jener für Gas um drei Prozent. Grund dafür sind die stetig steigenden Preise auf den internationalen Märkten und zudem die Trennung der gemeinsamen Preiszone mit Deutschland. Der dauernde Anstieg der internationalen Strompreise begründet sich einerseits durch den steigenden Kohlepreis und andererseits durch die höheren Kosten für CO2. Letzterer verdreifachte sich vor kurzem auf über 15 Euro. Die Konsequenz: teurere thermische Stromerzeugung und Erhöhung der Strompreise.

 

 

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