VÖWG - Sozial Spezial, No. 5 - 2017                       Haben Sie Probleme mit der Darstellung dieser Nachricht?  Dann klicken Sie bitte hier!

Ich freue mich, das aktuelle Sozial Spezial des Verbandes der öffentlichen Wirtschaft und Gemeinwirtschaft Österreichs (VÖWG) zu präsentieren. Darin finden sich Kurznachrichten mit Relevanz für den Bereich Soziales und Gesundheit.

Gemeinsam mit meinem Team wünsche ich eine angenehme Lektüre!

Heidrun Maier-de Kruijff

 

ArbeitnehmerInnen-Schutz vor krebserregenden Chemikalien: Das Europäische Parlament und der Rat einigten sich im Juli auf die von der Europäischen Kommission (EK) vorgeschlagene Festlegung neuer oder strengerer Arbeitsplatzgrenzwerte für mehrere krebserregende chemische Stoffe. Im letzten Jahr wurden zwei Vorschläge der Kommission vorgelegt, einerseits die Überarbeitung der bestehenden Richtlinie über Karzinogene und Mutagene und weiters die Senkung der Exposition gegenüber 20 krebserregenden Chemikalien am Arbeitsplatz. Die Änderung der Richtlinie über Karzinogene und Mutagene wurde bereits beschlossen. Mit der Umsetzung dieser beiden Vorschläge könnten in den nächsten 50 Jahren mehr als 100.000 Todesfälle bei ArbeitnehmerInnen vermieden werden.

 

 

Vielfalt und Inklusion: Die Kommission strebt intern einen Mindestanteil von Frauen in Führungspositionen von 40 Prozent an. Mit einer umfassenden Strategie soll dieser Anteil bis November 2019 erreicht sowie Vielfalt und Inklusion im Personalbereich gefördert werden. Konkrete Maßnahmen beinhalten die Entwicklung von gezielten Fortbildungen und Mentoring-Programmen für Frauen. Ebenso sind bestimmte Management-Programme und Weiterbildungen für Bedienstete mit Beeinträchtigung, LGBTI-Bedienstete und älteres Personal geplant.

 

 

Debatte über die Zukunft Europas: Am 1. März 2017 wurde mit dem Weißbuch zur Zukunft Europas der Kommission eine europaweite Debatte ausgelöst, die sowohl von politischen Institutionen als auch von der Zivilgesellschaft geführt wird. Im Weißbuch werden fünf verschiedene Szenarien beschrieben, in welche Richtung sich die Europäische Union (EU) in den nächsten zehn Jahren entwickeln könnte. Seither fanden über 1.750 von der Kommission geförderte Veranstaltungen statt, die von mehr als 270.000 BürgerInnen besucht wurden. Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker wird im September genauere Ideen zur Lage der Union vorstellen, im Dezember werden erste Schlussfolgerungen erwartet.

 

 

Europäischer Beschäftigungs- und Sozialbericht 2017: Der im Juli veröffentlichte Europäische Beschäftigungs- und Sozialbericht der EK zeigt deutlich positive Trends bei der europäsichen Beschäftigungsquote. Dennoch ist es für junge Menschen deutlich schwieriger auf dem Arbeitsmarkt. Nun soll sichergestellt werden, dass alle Generationen von der derzeitigen positiven wirtschaftlichen Entwicklung profitieren. Dafür gibt es verschiedene Ansätze, beispielsweise Maßnahmen zur Anhebung der Geburtenrate, Kompetenzförderung bei allen Generationen, eine wirksame Steuerung der Migration und die Förderung von Innovationen.

 

 

Europäisches Solidaritätskorps: Seit einem halben Jahr besteht nun das Europäische Solidaritätskorps der Kommission, welcher jungen Menschen die Möglichkeit bietet, an verschiedenen Solidaritätsprojekten in ganz Europa teilzunehmen. Nachdem dies bis jetzt nur Freiwillige nutzen konnten, werden nun Tausende Arbeitsstellen und Praktika vermittelt, wodurch Jugendlichen ein besserer Zugang zum Arbeitsmarkt ermöglicht werden soll. Aktuell werden dafür zwei Projekte der öffentlichen Arbeitsverwaltungen Italiens und Frankreichs von der Kommission gefördert, die bis zu 6000 jungen Menschen eine Arbeitsstelle mit Solidaritätsbezug in einem anderen EU-Land anbieten.

 

 

Grund- und Gesundheitsversorgung : Eine Expertengruppe der Kommission entwickelte neue Preismodelle für Innovativmedizin sowie für einen Zugang zu Grund- und Gesundheitsversorgung. Für effektive Investitionen im Gesundheitsbereich wurden drei Standpunkte zu den jeweiligen Themen verfasst. In diesen legt die EK Zahlungsmodelle für einen leichteren Zugang zu kostenintensiver Medizin, die Verbesserung des Zugangs zu Versorgung im Gesundheitswesen sowie die Begleitung von PatientInnen bei einer individuellen Grundversorgung fest. Die Beurteilung soll im September 2017 finalisiert werden.

 

 

Verbesserung der Lebensmittelversorgungskette: Die Kommission veröffentlichte eine EU-weite Konsultation über eine gerechtere Gestaltung der Lebensmittelversorgungskette. Grund für diese ist die ungerechte Aufteilung der Wertschöpfung in der Lebensmittelversorgungskette auf allen Stufen. Mit der Konsultation soll die Notwendigkeit von Maßnahmen auf EU-Ebene geprüft und die Markttransparenz entlang der Kette bewertet werden. Zusätzlich wird das Interesse an einer Zusammenarbeit der Erzeuger und an Vereinbarungen über eine Wertteilung befragt. Bis zum 17. November können Landwirte, BürgerInnen und andere Interessierte an der Online-Konsultation teilnehmen.

 

 

Ärztemangel trotz Überschuss: Trotz einer sehr hohen Ärztedichte in Österreich mangelt es mittlerweile nicht nur in ländlichen Regionen sondern auch in Wien an Kassenärztinnen und Kassenärzten. JungmedizinerInnen streben eher Facharztstellen im Krankenhaus oder eigene Facharztpraxen an, im öffentlichen Versorgungssystem werden allerdings immer weniger angehende Ärztinnen und Ärzte tätig. Dies liegt vor allem an der niedrigen Honorierung für Kassenärztinnen- und ärzte. Darüber hinaus rechnet die Ärztekammer mit 60 Prozent Pensionierungen der aktuellen AllgemeinmedizinerInnen in den nächsten Jahren. In Verbindung mit dem derzeitigen Bevölkerungswachstum kann sich der Versorgungsengpass noch deutlich verschlimmern. 

 

 

Migrations- und Grenzmanagement in Libyen: Im Rahmen des EU-Treuhandfonds für Afrika verabschiedete die Kommission ein mit 46 Mio. EUR ausgestattetes Programm für ein integriertes Migrations- und Grenzmanagement. Dieses wird vom italienischen Innenministerium umgesetzt, ebenso von Italien kofinanziert und soll die Kapazitäten der libyschen Behörden stärken.

 

 

Integration und Unterbringung von Flüchtlingen in Griechenland: Die Kommission kündigt ein neues Paket von Soforthilfeprojekten für Flüchtlinge in Griechenland im Umfang von 209 Mio. EUR an. Ein großer Teil davon ist das Programm ESTIA (Emergency Support To Integration & Accomodation), für welches gemeinsam mit dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) Verträge geschlossen wurden. Ziel ist es u.a. 22000 Flüchtlingen Mietwohnungen in Städten bereitzustellen sowie Karten zu beschaffen, über welche Asylsuchende und Flüchtlinge ihre fixen monatlichen Bargeldbeträge beziehen können, um ihren Grundbedarf selbst zu decken. 

 

IMPRESSUM:

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