VÖWG Umwelt Spezial, No. 07/08 - 2019 

Ich freue mich, das aktuelle Umwelt Spezial des Verbandes der öffentlichen Wirtschaft und Gemeinwirtschaft Österreichs (VÖWG)  zu präsentieren. Darin finden sich Kurznachrichten aus den Bereichen Umwelt und Nachhaltigkeit.

Gemeinsam mit meinem Team wünsche ich viel  Spaß bei der Lektüre!

Heidrun Maier-de Kruijff 
 

 

Earth Overshoot Day so früh wie nie!: Am 29. Juli wird die Menschheit die verfügbaren Ressourcen der Natur für dieses Jahr aufgebraucht haben. Das ist der Earth Overshoot Day (oder der Erdüberlastungstag). Nie hatte die Menschheit diesen Tag so früh im Jahr erreicht. Dies berechnet Global Footprint Network, eine Nachhaltigkeitsorganisation, welche dieses Datum mit der Ecological Footprint Buchhaltung (oder dem ökologischen Fußabdruck) bestimmt. Die Methode dient dazu, unsere Ressourcenabhängigkeit zu messen und zu managen. Solche Messinstrumente werden im Kontext des Klimawandels und der wachsenden Ressourcennachfrage immer wichtiger.

 

 

Brände in der Polarregion: Außergewöhnlich viele Flächenbrände lodern in den letzten Wochen am nördlichen Polarkreis. Dabei emittierten die über 100 Brände in Jakutien, Sibirien sowie in Alaska bereits über 50 Megatonnen CO₂ in die Atmosphäre. Seit Beginn der genauen Beobachtung von Flächenbränden vor 17 Jahren waren im Juni keine Feuer im nördlichen Polarkreis schwerwiegender und langanhaltender als die diesjährigen. Zum Beispiel betraf das Chuckegg Creek Fire in Alberta schätzungsweise über 300.000 Hektar. Nähere Informationen zu dieser Thematik finden Sie hier.

 

 

Rom versinkt im Müll: Neben überfüllten Containern am Straßenrand türmen sich in der italienischen Hauptstadt meterhohe Müllberge. Die Problematik ist seit Jahren dieselbe, jedoch geht es heuer um mehr als nur den unerträglichen Gestank: Die Abfallmassen locken Ratten und Mücken und sogar Wildschweine ins Zentrum der Stadt. Diesmal ist Roms Abfallproblem ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko für die BewohnerInnen geworden, da durch die schlechten hygienischen Zustände Krankheiten und Parasiten leicht zur Plage werden können. Ein baldiger Ausweg ist nicht in Sicht, denn der Stadt Rom fehlen drei Hauptdeponien. Eine wurde im Jahr 2013 geschlossen, zwei weitere brannten kürzlich ab. Rom produziert täglich um die 5000 Tonnen Abfall, den sie nun nach Österreich oder Deutschland exportieren. Roms Bürgermeisterin Virginia Raggi versprach, das Problem "in den nächsten 15 Tagen" in den Griff zu kriegen. Sie erwartet von den RömerInnen, dass sie künftig ihren Müll trennen.

 

 

Von der Leyen will Umwelt an erste Stelle setzen: Von der Leyen erhielt die Unterstützung der Europaabgeordneten, nachdem sie eine mutige Vision für ein grüneres Europa vorgestellt und umfangreiche Klima- und Umweltmaßnahmen für die nächsten fünf Jahre gefordert hatte. Die „von der Leyen-Agenda“ enthält eine Reihe von Verpflichtungen für Klimaschutzmaßnahmen, darunter die Erreichung einer klimaneutralen EU bis 2050, die Verbesserung des Emissionshandelssystems der EU und eine CO2-Grenzsteuer. Sie versprach auch, die einstimmige Beschlussfassung über Klima- und Energiefragen zu beenden - eine Praxis, die es Polen, der Tschechischen Republik, Ungarn und Estland kürzlich ermöglichte, die EU-Maßnahmen zu blockieren.

 

 

Plastiksackerlverbot beschlossen: Am 2. Juli wurde im Nationalrat das Verbot von Kunststofftragetaschen ab 2020 beschlossen. In Österreich werden jährlich 5.000 bis 7.000 Tonnen an Kunststofftragetaschen ausgegeben. Oft werden diese nur einmal benutzt und im Anschluss unsachgemäß entsorgt, wodurch eine enormen Umweltbelastung entsteht. Ab 1. Jänner 2020 werden in Österreich keine Einweg-Kunststofftragetaschen mehr verkauft. Nachhaltigkeitsministerin Maria Patek bezeichnet das Verbot als einen essentiellen Beitrag zur nachhaltigen Abfallwirtschaft. Dieses Gesetz ist ein klares Bekenntnis weg von der Wegwerf-Gesellschaft hinzu nachhaltigen Mehrweg-Artikeln. Das Verbot gilt generell in allen Branchen des Handels, in denen Kunststofftragetaschen an LetztverbraucherInnen abgegeben werden, unter anderem auch in Supermärkten, Modegeschäften und Möbelhäusern. Bis Ende 2020 gilt eine einjährige Abverkaufsfrist für Händler, die zum Beispiel Tragetaschen mit speziellen Logos bereits bestellt oder produziert haben.

 

 

Wiener Mehrwegbecher auf Erfolgskurs: Wiens erstes Mehrwegsystem für Coffee-to go-Becher wird hervorragend angenommen: Allein in den ersten beiden Monaten wurden 50.000 "myCoffeeCups" ausgegeben und somit rund eine Tonne Müll vermieden und das Klima entlastet. Die Mehrwegbecher werden bis zu 500 mal wiederverwendet. Die Stadt Wien unterstützt Mehrwegsysteme seit vielen Jahren. Bei Großevents wie dem Donauinselfest etc. sind Einwegbecher seit langem Geschichte und es gibt gesetzliche Vorgaben, um die Einwegbecherflut in Wien zu minimieren. Die Zahl der Partnerbetriebe ist von anfangs 30 auf 50 angestiegen. Allein in Wien werden jährlich rund 84 Millionen Wegwerfbecher verbraucht. Insgesamt wollen die myCoffeeCup-PartnerInnen eine Millionen Wegwerfbecher im ersten Jahr vermeiden.

 

 

EU plant kein Verbot von Kunstrasenplätzen:  Die Europäische Kommission plant kein Verbot von Kunstrasenplätzen und arbeitet auch nicht an einem solchen Vorschlag. Entgegen anderslautenden Medienberichten prüft die Kommission derzeit, wie umweltschädliches Mikroplastik in unserer Umwelt verringert werden kann. Die Chemikalienagentur (ECHA) führt dazu aktuell eine öffentliche Konsultation durch, bei der jede Bürgerin und jeder Bürger noch bis 20. September 2019 eine Stellungnahme abgeben kann. Ziel der Konsultation ist es festzustellen, wie sich eine mögliche Beschränkung des Einsatzes von Mikroplastik-Granulat auswirken würde, zumal das Granulat unter anderem als Füllmaterial für Kunstrasen genutzt wird.

 

 

Trotz Fridays for Future: 58 Prozent der jungen Österreicher nervt die Mülltrennung: Abfalltrennung ist fester Bestandteil österreichischer Haushalte. Trotzdem ist gerade für junge Erwachsene das Sortieren von Müll nicht unbedingt beliebt: 58% der 18- bis 39-Jährigen sind von der Trennung ihres Hausmülls genervt. Das zeigt eine repräsentative Studie von immowelt.at. Parallel zur Fridays for Future-Bewegung scheinen die jungen Österreicher festzustellen: Der Wunsch nach mehr Nachhaltigkeit ist eben auch mit mehr Aufwand verbunden. Mit zunehmendem Alter werden die Österreicher jedoch gelassener, was die Mülltrennung angeht. So finden von den 40- bis 59-Jährigen immerhin noch 42 Prozent die separate Sammlung von Wertstoffen mühsam. Bei der Generation 60 plus sind es hingegen nur 29 Prozent.

 

 

IMPRESSUM:

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