VÖWG Umwelt Spezial, No. 01 - 2019 

Ich freue mich, das aktuelle Umwelt Spezial des Verbandes der öffentlichen Wirtschaft und Gemeinwirtschaft Österreichs (VÖWG)  zu präsentieren. Darin finden sich Kurznachrichten aus den Bereichen Umwelt und Nachhaltigkeit.

Gemeinsam mit meinem Team, wünsche ich viel  Spaß bei der Lektüre!

Heidrun Maier-de Kruijff 
 

 

Beschlüsse des Klimagipfels in KatowiceHauptziel der – im Dezember abgehaltenen – COP 24 Klimakonferenz in Katowice war es ein Regelwerk für alle Beteiligten zu schaffen, um die Ziele und Vorgaben des Pariser Klimaabkommens zu erreichen. Im Konkreten beinhaltet dieses Regelwerk unter anderem die Errichtung eines einheitlichen Berichtswesens über Treibhausgasemissionen und Klimaschutz- sowie Anpassungsmaßnahmen. Zusätzlich wurde ein Kontrollregime mit einem entsprechenden Komitee ausgestaltet, das die Einhaltung des Pariser Klimaabkommens überwachen soll. Neben dem „Katowice Rulebook“ wurde auch der sogenannte „Talanoa Dialog“ abgehalten. Dieser diente dazu die bisherigen Fortschritte und Entwicklungen zu bewerten.
Im Zuge der COP 24 trat Österreich der sogenannten „High Ambition Coalition“ bei. Bei dieser Initiative wurde in Katowice abermals die Dringlichkeit zu einem raschem Handeln betont, um die globale Erwärmung bei 1,5° bis Ende dieses Jahrhunderts halten zu können.

 

 

Verbot von Plastiksackerln in Österreich: Im Ministerrat wurde ein österreichweites Verbot von Plastiksackerln, die nicht voll-ständig biologisch abbaubar sind, beschlossen. In Kraft treten soll dieses am 1. Januar 2020. Weitere Ziele des geplanten Maßnahmenpaketes sind eine rasche Umsetzung der Einwegplastik-Richtlinie der Europäischen Union und ein Verbot der Beimengung von Mikroplastikpartikel in Kosmetikprodukten und Reinigungsmittel. Außerdem sollen Plastikverpackungen bis 2025 um 20-25 Prozent reduziert werden. Hierfür werden Vertreter diverser Handelsketten zu einem „Runden Tisch“ eingeladen, um gemeinsam mit der Bundesregierung eine Lösung zu erarbeiten.

 

 

Neue Verfahren im Zuge der OMV Nachhaltigkeitsstrategie 2025: OMV-Vorstandsvorsitzender und Generaldirektor Rainer Seele präsentierte Ende November die OMV Nachhaltigkeitsstrategie 2025. In dieser setzt sich das Öl- und Gasunternehmen 15 Nachhaltigkeitsziele, die mit Investitionen in nachhaltige Energielösungen in Höhe von bis zu 500 Millionen Euro erreicht werden sollen. Im Forschungs- und Entwicklungsprojekt ReOil werden Altkunststoffe in hochwertiges Rohöl zurückverwandelt.  Derzeit werden in der Raffinerie Schwechat in einer Testphase 100 Kilogramm Altkunststoff in 100 Liter Rohöl pro Stunde umgewandelt. Der Output des ReOil-Verfahrens soll bis 2025 auf 200.000 Tonnen jährlich gesteigert werden.
Mit einer neuen Co-Processing-Methode sollen biogene Stoffe mit Rohöl raffiniert werden, um so Diesel mit einem höheren Bioanteil und Energiegehalt zu erzeugen. Auch hier wurde das Ziel gesetzt diesen Prozess zu einem rentablen Verfahren bis 2025 weiter zu entwickeln.

 

 

Kampf gegen Klimawandel – Zusage der Weltbank: Im Rahmen der Klimakonferenz COP 24 in Katowice sicherte die Generaldirektorin der Weltbank, Kristalina Georgieva, zu, den Kampf gegen den Klimawandel tatkräftig unterstützen zu wollen. So wurden seit 2015 die finanziellen Mittel zur Erreichung der 2020-Ziele verdoppelt. Weiters, setzt sich die Weltbank zum Ziel, in den folgenden fünf Jahren Hilfsmittel in Höhe von 200 Milliarden US-Dollar bereitzustellen. Diese sollen es Ländern ermöglichen, ambitionierte Maßnahmen verwirklichen zu können. Neun Entwicklungsbanken, unter ihnen auch die Europäische Investmentbank und die Weltbankgruppe, haben sich zusammengeschlossen, um sechs Kernbereiche des Pariser Klimaübereinkommens bearbeiten zu können. Bei der nächstjährigen Klimakonferenz sollen Fortschritte der Kooperation präsentiert werden.

 

 

Plastikverschmutzung in Ozeanen: Obwohl ernstzunehmende Versuche unternommen werden, um die Verschmutzung der Ozeane durch Plastik einzudämmen, weist eine Studie, die im Auftrag des WWF durchgeführt wurde, auf, dass bisherige Bemühungen nicht ausreichend sind. Die Autorinnen und Autoren der Studie weisen auf erhebliche Wissenslücken, mangelnde institutionalisierte Maßnahmen und ein dringend benötigtes rechtverbindliches globales Abkommen zum Schutz der Meere vor Plastik hin. Ausschlaggebend sind hierfür die Zahlen, die im Zuge dieser Studie erhoben wurden. Allein im Jahr 2017 wurden 335 Millionen Tonnen Kunststoff produziert, wovon lediglich neun Prozent recycelt und zwölf weitere verbrannt wurden. Die restlichen 79 Prozent wurden entweder auf Deponien gelagert und tragen somit zur Umweltverschmutzung bei. Schätzungen zufolge soll sich die Plastikmenge bis zum Jahr 2050 vervierfachen.

 

 

Fortschritte im Bereich Kunststofftechnologie und -recycling: Für eine optimale Kunststoffwiederverwertung ist es von Bedeutung, dass sie sortenrein getrennt und nach ihren Ausgangsstoffen gleichend sortiert zur Verfügung stehen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Kunststoff-Zentrums SKZ ist es nun, in einem von der EU geförderten Kooperationsprojekt, gelungen, ein besonderes Verfahren zu entwickeln. Dieses stellt wichtige Messgrößen bei der Produktion wie Temperatur, Druck und Fließeigenschaften des Materials für den Recyclingprozess bereit. Dieses neuwertige Verfahren ermöglicht es, bei der Wiederverarbeitung von Kunststoffen, ein so hohes Maß an Qualität zu halten, dass das wiedergewonnene Material in vielen Anwendungen fabrikneue Kunststoffe ersetzen kann.

 

 

Neue Technologie zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung:Zehn Millionen Tonnen Lebensmittel werden in Deutschland jährlich weggeworfen, obwohl diese noch genießbar sind. Forscherinnen und Forscher vom Fraunhofer-Institut ist es nun gelungen eine Technologie zu entwickeln, die dazu dienen soll, in Zukunft sowohl vertriebs- als auch verbraucherseitig die Menge an weggeworfenen Lebensmitteln zu reduzieren. Mit Hilfe eines Nahinfrarot-Sensors wird Infrarotlicht auf das zu untersuchende Produkt gestrahlt. Anschließend scannt das Gerät das Spektrum des reflektierten Lichts, welches über die absorbierten Wellenlängen Aufschlüsse über die chemische Zusammensetzung des Produktes gibt. Mit einer selbstentwickelten Cloud-Lösung und einer App ist es dem Benutzer nun möglich sich neben Informationen über die prognostizierte Haltbarkeit auch Details über die Qualität des Produktes einzuholen. Diese Art von Technologie zeigt mit entsprechender Programmierung auch viel Potenzial für Anwendungsgebiete außerhalb der Lebensmittelbranche.

 

 

Vorläufige Feinstaubbilanz 2018: Das Umweltbundesamt gab Anfang Jänner die vorläufige Feinstaubbilanz für das Jahr 2018 bekannt. Diese zeigt ein ähnlich niedriges Belastungsniveau wie in den letzten Jahren.  Der Jahresmittelwert für Feinstaub ist seit 2014 niedriger als in den Jahren davor. Überschreitungen des Grenzwertes für den Tagesmittelwert traten weiträumig Anfang März während einer kurzen Belastungsepisode auf. Die Feinstaub-Belastung war im Westen niedriger als im Rest Österreichs. Eine Belastung über dem Grenzwertkriteriums nach IG-L, Immissionsschutzgesetz Luft für PM10 zeigt sich lediglich an zwei Messstellen in Graz.  Die wesentlichen Faktoren für den Rückgang der Belastung seit 2011 sind einerseits „günstigere“ meteorologische Verhältnisse – mildere Winter – zum anderen ein stetiger Rückgang der Emissionen von PM10 und Vorläufersubstanzen sowohl in Österreich als auch in den östlichen und nordöstlichen Nachbarstaaten Österreichs.

 

 

IMPRESSUM:

Verband der öffentlichen Wirtschaft und Gemeinwirtschaft Österreichs (VÖWG)
Geschäftsführung: MMag. Heidrun Maier-de Kruijff

Stadiongasse 6-8, A-1010 Wien
Telefon: 0043-1-4082601
E-Mail: sekretariat@voewg.at
Web: www.voewg.at

Rückfragehinweis: florian.matzka@voewg.at