VÖWG - Bildung Spezial, No. 3 - 2017                       

Ich freue mich, das aktuelle Bildung Spezial des Verbandes der öffentlichen Wirtschaft und Gemeinwirtschaft Österreichs (VÖWG) zu präsentieren. Darin finden sich Kurznachrichten mit Relevanz für den Bildungssektor.

Gemeinsam mit meinem Team wünsche ich eine angenehme Lektüre!

Heidrun Maier-de Kruijff

 

Erster Anti-Extremismus-Leitfaden von jungen Menschen für junge Menschen: Extremely Together (@Xtremely2gether, wörtlich: Vehement Gemeinsam) ist eine Anti-Extremismus-Initiative, die EU-Entwicklungskommissar Neven Mimica gemeinsam mit Kofi Annan vor kurzem vorgestellt hat. Die von der Europäischen Union (EU)  mitfinanzierte Initiative wird von zehn jungen Extremismus-ExpertInnen getragen und soll gewalttätigen Extremismus über Grenzen und Kulturen hinweg vorbeugen. Besonderes Augenmerk liegt auf der Förderung von Vorbildern in diesem Bereich.

 

 

Europäische Kommission (EK) erklärt die Europäische Bürgerinitiative „Minority Safepack“ für zulässig:
Die EK hat heute beschlossen die Europäische Bürgerinitiative „Minority Safepack“  zu registrieren. Die Proponenten der Bürgerinitiative fordern die Kommission auf „den Schutz der nationalen und sprachlichen Minderheiten zu verbessern und die kulturelle und sprachliche Vielfalt in der Union zu stärken“. Mit der Registrierung der Initiative zum 3. April 2017 haben die OrganisatorInnen nun ein Jahr Zeit, Unterstützungserklärungen für ihr Anliegen zu sammeln.

 

 

Die EK hat rechtliche Schritte gegen Ungarn eingeleitet: Kommissionsvizepräsident Frans Timmermans stellte sich zudem im Europäischen Parlament der Debatte mit Ungarns Premierminister Viktor Orbán (abrufbar auf EBS). Nach Auffassung der Kommission verstößt das ungarische Hochschulgesetz gegen die Grundfreiheiten des Binnenmarktes, insbesondere gegen die Dienstleistungsfreiheit und die Niederlassungsfreiheit. Außerdem hat die Kommission heute ihre Stellungnahme zur „Stopp Brüssel!“-Bürgerbefragung der ungarischen Regierung veröffentlicht. Darin stellt die EK die von der ungarischen Regierung verbreiteten Beschuldigungen und falschen Tatsachenbehauptungen richtig.

 

 

SchulabbrecherInnen in der EU: Der Anteil der 30- bis 34-Jährigen mit Hochschulabschluss ist in der EU mit 39,1 Prozent (2016) weiter angestiegen. 2002 betrug der Anteil noch 23,6 Prozent. Gleichzeitig ist die AbbrecherInnenquote (im Alter von 18 bis 24 Jahren) zurückgegangen, von 17,0 Prozent im Jahr 2006 auf 10,7 Prozent im Jahr 2016. 2016 betrug der Anteil von Menschen mit Hochschulabschluss (30-34 Jahre) in Österreich 40,1 Prozent. Die Quote der Schul- und AusbildungsabbrecherInnen sank von zehn Prozent (2006) auf 6,9 Prozent (2016). Österreich hat damit die selbst festgelegten Europa 2020-Ziele in diesem Bereich bereits erreicht.

 

 

Bildungsinvestitionsgesetz: Ziele des Gesetzes sind die Erhöhung der Bildungschancen für Kinder und Jugendliche unabhängig vom familiären Hintergrund sowie eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Hinblick auf eine optimale ganztägige Betreuungssituation für SchülerInnen. Der Anteil der SchülerInnen in ganztägigen Schulformen soll auf 40 Prozent erhöht werden. Jedes schulpflichtige Kind in Österreich soll eine ganztägige Schule auf einem zumutbaren Schulweg im Umkreis von 20 km erreichen können. Dafür werden Infrastrukturmaßnahmen und Personal im Freizeitbereich gefördert. Die Entlohnung der LehrerInnen in den Lernzeiten übernimmt weiters der Bund. Betroffen davon sind öffentliche Allgemein bildende Pflichtschulen, Praxisschulen und allgemein bildende höhere Schulen.

 

 

Bildung: Ein neuer Bericht zeigt positive Entwicklung bei dem Erlernen von Fremdsprachen.
VolksschülerInnen beginnen früher mit dem Erlernen ihrer ersten Fremdsprache und bleiben während ihrer Pflichtschulzeit dabei. Die Zahl der  SchülerInnen in der Sekundarstufe I, die zwei Fremdsprachen lernen, ist im Vergleich zu vor zehn Jahren gestiegen. In den meisten Ländern gibt es mittlerweile Maßnahmen zur Unterstützung von Kindern mit Migrationshintergrund, welche die Sprache ihres Aufnahmelandes lernen müssen. Dies sind die zentralen Ergebnisse des vom Eurydice-Netzwerk der Kommission veröffentlichten Berichts zu Daten des Lernen von Sprachen an den Schulen in Europa.

 

 

Bildungspolitische Zielvorgaben der EU: Im Rahmen der "Allgemeinen und beruflichen Bildung 2020" (ET 2020) wurden 2009 vier gemeinsame Ziele für Aus-und Weiterbildungssysteme von den EU-Ländern festgelegt. Dazu gehören das lebenslange Lernen und die Mobilität, die Verbesserung der Qualität und Effizienz der allgemeinen und beruflichen Bildung, die Förderung von Chancengleichheit, sozialem Zusammenhalt und aktivem Bürgersinn sowie die Förderung von Innovation und Kreativität. Für die Umsetzung entwickeln Arbeitsgruppen (bestehend aus ExpertInnen und InteressenträgerInnen) gemeinsame Instrumente und politische Leitlinien auf EU-Ebene. Die EK und der Rat der EU haben sich auf neue gemeinsame Prioritäten geeinigt, um deren Umsetzung es nun primär gehen wird.

 

 

EK präsentiert Strategie für höhere Bildungsqualität: In der Mitteilung zur Schulentwicklung und dem ausgezeichneten Lehren für einen guten Start im Leben wurden Prioritäten für die Herausforderungen in der Grundschulausbildung gesetzt. Auch für eine Neuerung in der Hochschulbildung wurden Ziele formuliert. Darunter soll der Erwerb erforderlicher Kompetenzen für die heutige Wirtschaft nach Abschluss der Ausbildung sichergestellt, umfassende Hochschulbildungssysteme aufgebaut, Lücken zwischen Ausbildung, Forschung und Geschäft geschlossen und eine effektive und effiziente Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Ausbildungssystemen garantiert werden.

 

 

Arbeitsbeschaffung für Jugendliche in Afrika: Die Kommision erneuerte Ansätze in der EU-Afrika Partnerschaft, um einen Fokus auf Ausbildung und Jugend zu legen. Aufgrund des rapiden Bevölkerungswachstums müssen in Sub-Sahara Afrika bis 2035 jedes Jahr 18 Millionen Jobs geschaffen werden, um jungen Menschen den Eintritt in den Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Dies soll durch eine höhere Teilnahme an dem Programm Erasmus+ und einer besseren Zusammenarbeit in Ausbildungsthemen unterstützt werden.

 

 

Gratis digitale Lernmöglichkeiten für MigrantInnen und Flüchtlinge: Laut der UN haben nur 50 Prozent aller Flüchtlinge Zugang zur Grundschulausbildung, nur ein Prozent verfügt über eine Hochschulausbildung. Die Nutzung technologischer Lernmethoden ist eine kostengünstige, effektive und flexible Art für MigrantInnen und Flüchtlinge, um Kompetenzen zu entwickeln. Ansätze, um die Nutzung digitaler Lernplattformen zu erhöhen wären stärker auf die Möglichkeit aufmerksam zu machen, das Online-Lernen mit einer face-to-face-Ausbildung zu verbinden, um auch ein soziales Netzwerk aufzubauen und Flüchtlinge schon im Herkunftsland über formelle Angelegenheiten wie Asylanträge und Jobsuchen zu informieren.

 

 

Studienabbruch in Deutschland: Das Deutsche Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung veröffentlicht in einer Studie, dass 29 Prozent aller StudienanfängerInnen im Bachelor ihr Studium abbrechen. Während die AbbrecherInnenquote an den Universitäten leicht gesunken ist, hat sie sich an den Fachhochschulen konstant erhöht. Auch beim Masterstudium hat sich die Quote stark erhöht. Gründe für den Abbruch sind mangelnde Studienmotivation, der Wunsch nach einer praktischen Tätigkeit und dass Studierende die notwendige Leistung nicht erbringen können. Dafür haben Finanzierungsprobleme an Bedeutung verloren. Studierende mit Migrationshintergrund brechen das Studium nach wie vor überdurchschnittlich oft ab.

 

IMPRESSUM:

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