VÖWG - Verkehr Spezial, 08/2016

Ich freue mich, das aktuelle Verkehr Spezial des Verbandes der öffentlichen Wirtschaft und Gemeinwirtschaft Österreichs (VÖWG) zu präsentieren. Darin finden sich Kurznachrichten mit Relevanz für den Verkehrssektor.

Gemeinsam mit meinem Team wünsche ich eine angenehme Lektüre!

Heidrun Maier-de Kruijff

LKW – CO2-Ausstoß. Die EU-Kommission will ihre Arbeit an neuen Vorgaben für Lastkraftwagen, Nah- und Fernbussen beschleunigen. Im Kampf gegen den Klimawandel sollen erstmals Grenzwerte für den CO2-Ausstoß eingeführt werden. Dabei soll in einem ersten Schritt ein neues Testverfahren, welches den CO2-Ausstoß und den Spritverbrauch erfasst, angewendet und in einem zweiten Schritt Grenzwerte festgelegt werden. Die EU-Kommission möchte zudem im Rahmen der Klima-und Energiepolitik 2030 bis zum Jahr 2030 ihren CO2-Ausstoß im Vergleich zu 1990 um 40 Prozent verringern. Außerdem sollen bis dahin rund 17 Prozent der Energie im Transportsektor aus klimafreundlichen Quellen stammen.

Teilautonomer Bus. Der Autobauer Daimler führte erstmals einen teilautomatisierten Mercedes-Bus vor. Der Mercedes-Benz Future Bus mit CityPilot fuhr auf einer 20 Kilometer langen Strecke seine erste autonome Fahrt im Stadtverkehr. Dieser Bus hält automatisch an Ampeln und Haltestellen, bremst für FußgängerInnen und Hindernisse im Straßenverkehr und fährt auch automatisch an. Ein/e BusfahrerIn überwacht dabei das Fahrerassistenzsystem. Ab 2020 will Daimler damit in Serie gehen, in die Weiterentwicklung der Stadtbusse werden rund 200 Millionen Euro investiert.

Toter Winkel bei LKW. In der EU werden jährlich rund 1.000 Personen durch LKW tödlich verletzt. Die meisten dieser Unfälle passieren wegen des „toten Winkels“. In Österreich starben im Vorjahr 66 Menschen bei Verkehrsunfällen mit LKW-Beteiligung. Eine von Transport & Environment veröffentlichte Studie zeigte nun auf, dass es große Unterschiede bei den Lkw-Modellen bezüglich des toten Winkels gibt. Dies liegt an der Sitzhöhe des Fahrers, denn je höher der/die FahrerIn sitzt, desto größer wird der tote Winkel. Fahrzeuge mit Niederflur-Fahrerkabinen oder einer sogenannten „Low entry“-Kabine haben dagegen ein gutes Sichtfeld. Der VCÖ setzt sich nun dafür ein, dass alle LKW Niederflur-Fahrerkabinen erhalten.

E-Mopeds. Die Bundeshauptstadt Wien ist Spitzenreiter bei den E-Mopeds. Dies liegt hauptsächlich am neuen Fuhrpark der Post, die im Rahmen der Elektrifizierung 200 neue E-Mopeds angeschafft hat. Hinter Wien folgen Niederösterreich und Tirol. Im 1. Halbjahr 2016 wurden mehr E-Mopeds verkauft als insgesamt im Jahr 2015. Dennoch sind die E-Mopeds in Österreich noch nicht so ganz in Fahrt gekommen, obwohl sie mit niedrigeren Treibstoffkosten punkten können.

Hybridlokomotive. Bei Metrans, der Bahntochter der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA), kommt weltweit erstmals eine Hybridlokomotive im schweren Rangierbetrieb zum Einsatz. Dabei handelt es sich um zwei Prima H3 Lokomotiven von Alstom. Diese produzieren mit ihrem Hybridantrieb 50 Prozent weniger CO2 als herkömmliche Lokomotiven, wobei andere Schadstoffemissionen (zum Beispiel Stickstoffdioxid) sogar um bis zu 70 Prozent reduziert werden. Die Rangierlokomotive erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h. Bei ihren Einsätzen fährt sie zwischen 50 und 70 Prozent ihrer Betriebsdauer im Batteriebetrieb.

UN-TIR-Übereinkommen. China hat den Betritt zum TIR-Übereinkommen fixiert. Damit liegt die Zahl der Vertragsparteien bei 70. Das TIR–Verfahren ist ein globales intermodales Zolltransitsystem, welches große Erleichterungen für Transport und Handel bringt. Mit dem Beitritt Chinas können nun effizientere Gütertransportmöglichkeiten zwischen Europa und China eröffnet werden und auch die Chancen für Wirtschaftswachstum in Transitländern werden gefördert.

Schienenverkehr. Im vergangenen Jahr ist in Österreich die Zahl der Passagiere auf Schiene um 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen und erreichte somit einen Rekordwert von 282 Millionen Fahrgästen. Somit stiegen die gefahrenen Personenkilometer um 100 Millionen von 12,1 auf 12,2 Milliarden Personenkilometer an. Beim Schienengüterverkehr ist die Entwicklung konstant, das Transportaufkommen lag zwar konjunkturbedingt 0,4 Prozent unter dem des Vorjahres, gleichzeitig ist aber die Verkehrsleistung im Schienenverkehr um 0,4 Prozent angestiegen.

Elektrische Straße. In Schweden wurde am 22. Juni die weltweit erste elektrische Straße eröffnet. Nahe der Stadt Gävle in Mittelschweden sind nun auf einem zwei Kilometer langen Abschnitt der Autobahn E16 elektrifizierte Scania LKW unterwegs, welche mittels eines von Siemens entwickelten Oberleitungssystems mit Strom versorgt werden. Auf der elektrischen Straße fahren die LKW als Elektro-Fahrzeuge, sonst sind sie als Hybridfahrzeuge unterwegs und werden mit Biokraftstoff betrieben. Die erste elektrische Straße in Schweden gilt als wichtiger Meilenstein in Richtung eines Verkehrs ohne fossile Brennstoffe. Das Programm wurde mit 77 Millionen SEK (8 Millionen Euro) aus staatlichen Mitteln, und 48 Millionen SEK (5 Millionen Euro) von Unternehmen und der Gävleborger Behörde finanziert.

Alko-Lock. Der Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie, Jörg Leichtfried, gab bekannt, dass verurteilte AlkolenkerInnen ab 2017 die Option der Installation eines Alko-Locks statt eines Fahrverbots haben werden. Die Kosten für dieses System, rund 2500 Euro im Jahr, müssen die FahrerInnen selbst tragen. Österreich ist somit das achte Land innerhalb der EU mit einem Alko-Lock Programm.

Unregelmäßigkeiten. Französische Ermittlungen bestätigen umfassende Unregelmäßigkeiten bei Diesel-Emissionswerten. Eine zehnmonatige Untersuchung fand heraus, dass eine große Zahl an Diesel-Fahrzeugen viel mehr Schadstoffe ausstoßen, als die ProduzentInnen angegeben haben. Rund ein Viertel der 86 getesteten Dieselfahrzeuge produzierten einen weitaus höheren Level an toxischen  Stickstoff-Oxiden (NOx) als von EU-Richtlinien erlaubt. Die schlimmsten Abgassünder waren der Fiat 500X, Volvo V40, Renault Talisman und die Espace Modelle, Nissan Qashqai, Ford Kuga und Opel Astra Mokka. Ob die AutoproduzentInnen eine  Software benutzt haben, um bei den Emissions-Tests zu schummeln, konnten die ExpertInnen bisher nicht sagen.

Übernahme. Das deutsche Unternehmen Flixbus übernimmt das Fernbusgeschäft der Deutschen Post und stärkt somit seine Marktposition. Ab November sollen die Postbus-Linien in das Flixbus System integriert werden. Laut Angaben des Flixbus-Gründers André Schwämmlein rechnet man mit zusätzlichen Einnahmen von 15 bis 20 Millionen Euro jährlich. Erst Ende Juni hatte Flixbus das britische Unternehmen Megabus übernommen und damit seine europaweite Expansion vorangetrieben. Rund 900 Ziele fährt Flixbus derzeit an, 450 davon im deutschsprachigen Raum. Postbus hat 112 Ziele, 85 davon in Österreich.

Unterwassertunnel. Norwegen plant mehrere "Submerged Floating Tunnel" die entlang der Küste des Landes durch die Fjorde verlaufen sollen. Dabei handelt es sich um schwebende Unterwassertunnel, welche die Fahrzeit durch Norwegen erheblich verkürzen sollen. Derzeit müssen Staatsbürger und Touristen, wenn sie weite Strecken erkunden wollten, zahlreiche Überfahrten mit Fähren in Kauf nehmen, das soll sich jetzt ändern. Mit Hilfe des neuen Konzepts, bei welchem der Tunnel zwischen Meeresboden und Wasseroberfläche verlaufen soll, könnte der Verkehr die Fjorde schneller durchqueren. Schiffe werden von dem Tunnel nicht beeinträchtigt. Ein paar Probleme bei dem geplanten Bau gibt es dennoch, so wurde ein solches Projekt noch nie in die Tat umgesetzt und es gibt einige geologische Lücken bei den Fjorden. Das Konzept soll 23 Milliarden Euro kosten und frühestens 2035 umgesetzt werden.

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